Nationales Stadtesnetzwerk Groningen-Assen

R Ä U M L I C H E S   W A C H S T U M

In der Region Groningen-Assen gibt es viel Raum. Das ist das Merkmal dieser Region, und wir möchten, dass das so bleibt. Gleichzeitig ist es wichtig, unsere wirtschaftlichen Chancen zu nutzen. Dieses Paradox kann nur dann zur Zufriedenheit aller gelöst werden, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen.

Die Regionsvision Groningen-Assen 2030 ist eine raumplanerische Entwicklungsvision, die über die Grenzen von Städten, Gemeinden und Provinzen hinausreicht. An der Regionsvision nehmen teil: die Provinzen Drenthe und Groningen und die gemeinden Assen, Bedum, Groningen, Haren, Hoogezand-Sappemeer, Leek, Noordenveld, Slochteren, Ten Boer, Tynaarlo, Winsum und Zuidhorn.  

CHANCEN NUTZEN, IDENTITÄT BEWAHREN

Die Region Groningen-Assen verfolgt in den kommenden Jahren zwei Ziele: Einerseits nutzen wir die wirtschaftlichen Chancen des Städtenetzwerks Groningen-Assen und bauen es weiter aus. Andererseits bewahren wir die Qualitäten, die das Gebiet schon seit jeher stark gemacht haben: die Kombination von Stadt und Land mit einer reichen Vielfalt an Landschaften sowie Wohn- und Arbeitsumgebungen. Mit anderen Worten: Verstädterung in menschlichem Maß mit Ruhe und viel Platz.

Die Region Groningen-Assen wird auch als „Motor des Nordens“ bezeichnet und ist als solcher auf dem Weg, sich national und international zu einem soliden Städtenetzwerk zu entwickeln. Im Jahr 2030 möchten wir ein Drehkreuz zwischen den wichtigsten Städtezentren in Nordwesteuropa sein. Eine schnelle Zugverbindung zwischen Amsterdam und Groningen – die zu einem späteren Zeitpunkt bis nach Deutschland führt – sorgt dabei für den notwendigen Impuls. 

REICHE ERNTE, BESSERE ZUSAMMENARBEIT

Die Zusammenarbeit in der Region Groningen-Assen wurde 1996 gestartet. Was damals gesät wurde, kann nun geerntet werden. Arbeitsbereiche waren die wirtschaftliche Entwicklung sowie das Zurückdrängen von Defiziten auf dem Arbeitsmarkt. Wir haben ferner sehr unterschiedliche, attraktive Wohnumgebungen kreiert sowie für einen besseren Schutz der landschaftlichen Qualitäten gesorgt. Es wurden besondere Einrichtungen realisiert und interessante Veranstaltungen organisiert. Und wir haben in verschiedener Weise an der Erreichbarkeit der Region gearbeitet. In der Region Groningen-Assen hat sich außerdem die Zusammenarbeit verbessert: Gemeinsam werden nun viele neue Pläne geschmiedet. 

QUALITÄTEN BEWAHREN, TRÜMPFE AUF DEN TISCH

Zwecks weiterer Verbesserung der wirtschaftlichen Position wurden drei Themen ausgewählt, die für die raumplanerische Entwicklung in den kommenden Jahren richtungsweisend sind. Die Kernqualitäten der Region werden dabei nicht nur bewahrt, sondern als Trümpfe eingesetzt.

• Spezialisierung und Komplementarität

Die bestehenden wirtschaftlichen Funktionen werden in Zukunft verstärkt. Die Stadt Groningen ist der ideale Ort für Einrichtungen der Spitzenklasse. Assen bietet als Provinzhauptstadt zusätzliche städtische Wohn- und Arbeitsumgebungen. Die anderen Städte und Gemeinden komplettieren das Angebot mit grünen Wohnumgebungen.

• Konzentration rundum die T-Struktur

Wohnen und Arbeit konzentrieren sich in der Region als vertikale Achse zwischen Groningen und Assen sowie als horizontale Achse zwischen Roden/Leek, Groningen und Hoogezand-Sappemeer. Bei der Raumplanung gehen wir von einer Verstärkung dieser T-Struktur aus.

Auf diese Weise konzentrieren wir die Verstädterung und erhalten gleichzeitig das ländliche Gebiet.

• Landschaftliche Vielfalt

In der Region gibt es eine erhebliche landschaftliche Vielfalt, für die die Aspekte Natur, Landschaft und Wasser eine wesentliche Rolle spielen. Das ländliche Gebiet ist das Gegenstück der Verstädterung. Unser Ausgangspunkt ist die mehrfache Raumnutzung.

KRÄFTIGE AMBITIONEN, ERHEBLICHE AUFGABEN

Unsere Ambitionen haben wir in der Regionsvision in eine regionale Tagesordnung umgesetzt, in der die Aufgaben für die teilnehmenden Provinzen, Städte und Gemeinden für die kommenden Jahre beschrieben werden.

Die regionalen Tagesordnungspunkte sind:

–        Verstärkung der wirtschaftlichen Entwicklung und Profilierung

–        Realisierung einer dauerhaften Entwicklung

–        Milderung des Drucks, der von der Verstädterung ausgeht

–        Entwicklung des ländlichen Gebiets als Gegenstück der städtischen Zentren mit Schwerpunkt in den Bereichen Wasserbergung und Wassermanagement

–        Verstärkung der räumlichen Qualität sowie der Identität der Region

–        flexibler Umgang mit den künftigen demographischen und gesellschaftlichen Entwicklungen

–        Schaffung dauerhafter Wohnumgebungen

MEHR HÄUSER, GERINGERE RAUMNUTZUNG

Die Bewohneranzahl in der Region Groningen-Assen wird in den kommenden Jahren weiter erheblich ansteigen und somit auch die Nachfrage nach guten Wohnungen in allen Formen und Größen. Unsere Antwort auf diese Entwicklung sind 43 000 neue Wohnungen bis zum Jahr 2020. Darüber hinaus werden rund 17 000 alte Wohnungen abgerissen und neu gebaut. Damit Natur und Landschaft unter dieser Entwicklung nicht zu leiden haben, bündeln wir den Neubau im Bereich der Städte sowie der städtischen Kerne der T-Struktur.

MEHR ARBEITSPLÄTZE, GERINGERE ANFÄLLIGKEIT

Wir gehen in den kommenden Jahren von einem regionalen Wirtschaftswachstum von jährlich rund 2 % aus. Das bedeutet, dass in der Region bis zum Jahr 2030 etwa 60 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der dafür erforderliche Raum muss sich weitestgehend innerhalb der T-Struktur befinden. Wir fördern die Wachstumssektoren ICT, Medizin, Biologie, Wissenschaft und Energie sowie Kunst, Kultur, Ausbildung, Wissen und Gesundheitswesen. Darüber hinaus muss noch ausreichend Raum für die traditionelleren Sektoren vorhanden bleiben. Dazu zählen Industrie, Handel und Transport. Auf diese Weise verhindern wir, dass das Gebiet durch eine einseitige wirtschaftliche Struktur zu anfällig wird. Wir schaffen neue Unternehmens- und Bürokapazitäten.

BESSERE VERBINDUNGEN, KÜRZERE ABSTÄNDE

Die A7, die A28 sowie die Bahnverbindungen in der T-Struktur bilden die wichtigsten Verbindungen in und zur Region Groningen- Assen. Diese Verbindungen können noch besser genutzt werden. Die kommenden Jahre stehen im Zeichen der Entwicklung des öffentlichen Verkehrsnetzwerks „Kolibri“ – für mehr und besseren öffentlichen Verkehr in diesem Gebiet. Die Verbesserung der regionalen Schienenverbindungen und die Hauptbusverbindungen steht als erstes auf dem Programm. Ferner investieren wir einen erheblichen Betrag in die Erreichbarkeit der städtischen Zentren.

ALTE LANDSCHAFTEN, NEUE NATUR

In der Region Groningen-Assen gibt es noch genug Ruhe und Raum. Wir erhalten Natur und Landschaft, indem wir Wohnen und Arbeit weitestgehend rundum die T-Struktur konzentrieren. In den kommenden Jahren wird in die Landschaft erheblich investiert. Dabei entwickeln wir eine neue Natur und bewahren gleichzeitig die jahrhundertealten Kulturlandschaften. Ausgangspunkt: Wir möchten ein widerstandsfähiges und natürliches Wassersystem schaffen.

REGIONALE REGIE, LOKALE AUSFÜHRUNG

Die Region Groningen-Assen arbeitet an einem ehrgeizigen Programm. Die Aufgaben dieses Programms führen die Teilnehmer größtenteils selbst durch. Vier große Projekte werden unter regionale Regie gestellt. Die Leitungsgruppe trifft Vereinbarungen zur Zusammenarbeit und sorgt dafür, dass sie eingehalten werden. Zwecks Realisierung der gestellten Ziele für die Bereiche Wohnen, Arbeit und Landschaft haben wir sieben Entwurfsaufgaben formuliert. Diese Aufgaben gelten für die Teilgebiete Nord, Südwest und Südost sowie für Groningen, Assen und Hoogezand-Sappemeer. Für die Kerne Leek und Roden gilt eine gemeinsame Aufgabe. Die einbezogenen Städte, Gemeinden und Provinzen kümmern sich selbst um Durchführung dieser Entwurfsaufgaben. Bürger und gesellschaftliche Gruppen werden dabei miteinbezogen.

Ein Qualitätsteam führender Designer sorgt für eine möglichst hochwertige Qualität der Entwürfe und Pläne.

Die Teilnehmer überweisen dem Regionsfonds jährlich einen bestimmten Beitrag. Davon werden die wichtigen regionalen Projekte (mit)finanziert.

Im Zeitraum 2005-2009 geht es um ein Investitionsprogramm von fast 1 Milliarde Euro.

 

• Kolibri

Das öffentliche Verkehrsnetzwerk „Kolibri“ ist ein Gesamtpaket für den öffentlichen Verkehr, dass das Gebiet schnell und gut erschließt.

Die Züge gehen häufiger, es werden neue Bahnhöfe gebaut. Busse und Züge werden besser aufeinander abgestimmt.

Die Stadt Groningen führt ein hochwertiges öffentliches Verkehrssystem ein. Außerdem werden die Autobahnringe rundum Groningen und Assen verbessert. Von Groningen nach Assen werden Fahrradwege angelegt.

 

• Regionspark

Mit dem Projekt Regionspark führen wir die Aufgaben im Bereich des ländlichen Gebiets koordiniert durch. Dabei vergrößern wir den Nutz- und Erlebniswert der Landschaft.

 

• Vorinvestitionen für die Landschaft

Innerhalb der Region Groningen-Assen stehen nur wenige Gebiete für den Bau von Wohnungen zur Verfügung, da Natur und Landschaft außerhalb der zugewiesenen Gebiete zu kostbar sind. Als Folge davon rücken auch weniger naheliegende Gebiete ins Bild. Wir arbeiten gemeinsam daran, in diesen Gebieten Vorinvestitionen für die Landschaft zu erreichen, damit sie für künftigen Wohnungsbau attraktiv werden.

 

• Industriegelände

Für die Konkurrenzposition der Region Groningen-Assen ist es von lebenswichtigem Interesse, dass in ausreichendem Maße qualitativ hochwertige Industriegelände zur Verfügung stehen. Wir planen eine Konzentration dieser Gelände entlang der T-Struktur. Aufgrund der regionalen Regie können Nachfrage und Angebot besser aufeinander abgestimmt werden. Gegenseitige Konkurrenz zwischen den Städten und Gemeinden wird damit überflüssig. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf optimaler Nutzung der besten Standorte. Risiken und Investitionen werden geteilt.